Wissenswertes über den Beagle

Der Beagle ist ein ausgeprägter Meutehund mit hervorragender Sozialverträglichkeit und hierauf beruht auch seine hervorragende Familientauglichkeit mit der nahezu unendlichen Kinderfreundlichkeit.

Mit einer Höhe zwischen 33 und 42 cm, einem Gewicht zwischen 10-16 Kilogramm und seiner ansprechenden, eher kompakten Statur kommt er als gut gelaunter Zeitgenosse mit einem sanften und gutmütigem Ausdruck um die Ecke und seine samtweichen Schlappohren laden immer wieder zum knuddeln ein. Er zaubert mit seiner immer fröhlichen und sich an alle Situationen anpassenden Art jedem ein Lächeln aufs Gesicht.

Seine jagdliche "Vergangenheit" macht ihn aber auch sehr eigenständig und wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, bedarf es schon ab und an einem beträchtlichen Maß an Geduld ihn davon wieder ab zu bringen. Gefragt ist hier durchgängige Konsequenz in der Erziehung und eine entsprechende Auslastung, damit es erst gar nicht zu solchen "Machtspielchen" kommt.

Als Jagdhund aus der Familie der Bracken und Laufhunden ergeben sich viele Möglichkeiten, einen Beagle auch ohne jagdlichen Einsatz als reinen Familienhund auszulasten:

Fährtenarbeit, Mantrail, Bodenarbeit, laufen am Rad, Inliner fahren oder joggen sind hier nur einige wenige Beispiele. Nicht zu übersehen ist hier definitv eins: der Beagle ist ein aktiver Gefährte und wird sich immer wieder über jegliche Art von Bewegung mit seiner Meute freuen und diese auch zur Aktivität animieren - übrigens auch bei schlechtem Wetter!

Spiel und Erziehung gehören bei einem Welpen zwangsläufig zusammen
Spiel und Erziehung gehören bei einem Welpen zwangsläufig zusammen

Entgegen leider weit verbreiteter Meinung ist ein Beagle nicht schwer erziehbar! Man bediene sich bei einer Großzahl der Rassevertreter ihrer Vorliebe am Fressen und schon ist es um einiges einfacher. Das sollte aber keinerfalls zum fixieren auf Leckerchen ausarten. Ein gesundes Maß ist hier gefragt, da sonst der agile und lauffreudige Geselle schnell unförmig und träge werden kann. Durch seine angeborene Neugier ist er auch durchaus lernwillig und interessiert. Schlechte Tage hat aber jeder Mal - nicht nur der Hund, auch Frauchen oder Herrchen. Wenn es dann vielleicht mal mit dem Erlernen eines neuen Kommandos nicht so schnell klappt, oder ein bereits eigentlich verinnerlichtes nicht sofort ausgeführt wird, dann gibt es dafür bestimmt einen Grund - sei es die Pubertät mit der "Besetzt-Phase" oder der Hase, der gerade interssanter ist. Wenn der Hund wieder bereit ist und man seine Körpersprache lesen kann, dann kann und sollte weiter trainiert werden, statt den vorherigen Ungehorsam zu tadeln.

Das kurze, dichte und wetterfest Fell des Beagles ist extrem pflegeleicht. Selbst die hellen bicolour sind sehr schnell nach einem Spaziergang durch den nassen Wald oder einer Toberunde im nassen Feld trocken und meist auch sauber gerubbelt.

Ich persönlich bedaure sehr, dass die Fellfärbung der zweifarbigen (braun-weiß) immer noch so wenig bekannt ist in Deutschland. Für viele muss ein Beagle "klassisch dreifarbig" sein - schwarz-weiß-braun, sonst "ist es doch kein richtiger Beagle"...

Ja, bei der Auswahl unserer Hündin seinerzeit habe ich selbst vor der Wurfkiste gesessen und mir die vier Welpen angeschaut und mein Herz schlug bei den beiden Tri-Brüdern viel höher wie bei den beiden Bi-Schwestern, aber warum eigentlich?

Wahrscheinlich, weil wir zuvor einen Tri-Rüden hatten, einen richtig klassischen Beagle mit schwarzer Decke.

Gerade bei den noch sehr kleinen Bi-Welpen ist es für den Laien schwer zu erkennen, wie sie sich entwickeln werden. Auf den ersten Blick sehen sie teilweise nahezu komplett weiß aus. Die später in unterschiedlich starken Braunstufen kommenden Flecken sind kaum zu erkennen. Für uns war nach langer Überlegung die Entscheidung gefallen, dass wir eine Hündin wollten und so kamen wir zu einer Bi-Hündin und haben diese Entwicklung nicht ein einziges Mal bereut! Heute beobachte ich sogar, dass viele Menschen die vor einem dunklen Tri-Beagle "zurückschrecken", einem Bicolour gleich viel offener gegenüber stehen. Allein die Farbe schwarz scheint doch bei gerade nicht mit Hunden vertrauten Menschen immer noch Furcht auszulösen. Für uns als "Beagler" ist dies allerdings total unverständlich: ein Beagle darf nahezu alles sein, aber niemals aggressiv und scharf. Er wird ungewöhnliches melden, setzt auch gerne seine Stimme ein (auch durchaus in Situationen, die für uns nicht nachvollziehbar sind), aber wird kein Schutzhund sein.

Der Beagle ist im Allgemeinen ein sehr robuster und äußerst vitaler Gefährter. Da er viele Jahre nicht als Familienhund gefragt war, ist er lange an verantwortungslosen Vermehrern vorbei gekommen, was seiner Gesundheit doch zugute gekommen ist. Leider gibt es aber auch beim Beagle Erkrankungen, die als "rassetypisch" bezeichnet werden und die sich trotz sorgfältigster Auswahl der Zuchttiere nicht immer gänzlich vermeiden lassen. Grund hierfür sind immer wieder mögliche, spontane Genmutationen, die zu Erkrankungen führen können, auf die auch ein seriöser Züchter keinen Einfluss hat. Zudem sind nicht alle Erkrankungen zwangsläufig genetisch bedingt, sondern können auch im Laufe des Lebens durch Umweltfaktoren und Haltungsfehler erworben sein. Dies lässt sich leider nicht immer zweifelsfrei klären. 

Bei weiterem Interesse zu diesem Thema sprechen Sie mich gerne an oder lesen Sie meine weitere Ausführung zur Gesundheit.

Es gibt noch vieles mehr zum und über den Beagle zu berichten. Für weitere Informationen schauen Sie doch einfach auf die offizielle Homepage vom Beagleclub Deutschland e. V. oder kontraktieren Sie uns.


Weitere interessante Links und Literatur rund um den Beagle und im allgemeinen

Lesenswerte Literatur:

Wiebke Warneke: "Beagle: Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung (Praxiswissen Hund)", Taschenbuch über Kosmos Verlag

 

Bärbel Kronz: "Ratgeber für ein glückliches Beagle-Leben", als Taschenbuch über CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 2 (17. Mai 2016) oder gebundene Auflage Cadmos Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Januar 2004)

 

Marion von Thun: "Eine Liebe mit Schlappohren - Leben mit einem Beagle", Taschenbuch über Engelsdorfer Verlag

 

Viviane Theby und Michaela Hares: "Das große Schnüffelbuch - Nasenspiele für Hunde", gebundene Ausgabe im Kynos Verlag

 

Christina Sondermann: "Einfach schnüffeln! Nasenspiele für den Hundealltag", Taschenbuch im Verlag Eugen Ulmer

 

G. Bloch/E. H. Radiner: "Wölfisch für Hundehalter", Kosmos-Verlag

 

H. G. Wolff: "Unsere Hunde - gesund durch Homöopathie" Heilfibel eines Tierarztes, Sonntag-Verlag

 

Sophie Strodtbeck: "Beagle - Geschichte, Haltung, Erziehung, Beschäftigung", Kosmos-Verlag - ein aktuelles Buch mit besonders schönen Bildern!